Masken

151.666 Entwerfen - Projekt
Klemen Breitfuss, Lina Stefanova
Studio Rechbauer DG [ATDG092],
Rechbauerstr. 12, TU Graz
Einführung Mittwoch, 05.10.2022, 10:00 Uhr

Masken haben eine Doppelnatur: Sie zeigen und sie verbergen zugleich. Damit sind Masken fundamental architektonisch.

Masken sind öffentlich. Sie ermöglichen Öffentlichkeit. Oder benimmst Du Dich in der Öffentlichkeit nicht auch immer etwas anders als zuhause? Masken sind zivilisatorische Werkzeuge des Zusammenlebens. Erst mit einer Maske sind wir in der Lage zu kommunizieren und uns in (der) Gesellschaft zu positionieren. Mit der Wirklichkeit in Verbindung zu treten, sie zu verändern, indem wir uns ihr anpassen.

Wenn wir eine Institution betreten, werden wir zu Studierenden oder Professoren, zu Anwälten oder Richtern, Opfern oder Tätern. Erst in einem Wohnhaus werden wir zu Bewohnern. Damit ist jede institutionelle Architektur eine architektonische Maske.

Wir entwerfen eine solche Maske in/für Graz.

Ein Haus als Erweiterung der Stadt, das mit dem Aussen kommuniziert, und das Innere, das Bestehende umdeutet. Im Prinzip ein Umbau eines institutionellen Bestandsgebäudes. Wo wir draufbauen, reinbauen, anbauen, verbergen, entblössen, erweitern, zeigen, deuten, anpassen und überformen zugleich. Wir schminken, verkleiden, uniformieren und tarnen. Am Ende entsteht eine eigenständige architektonische Figur. Eine Idee von Form, die nicht spricht, sondern in stillem Selbstbewusstsein der Stadt begegnet.

Ein architektonisches Umbauprojekt in Zweiergruppen.

Das Studio findet in enger Zusammenarbeit mit der Holzwerkstatt und Rainer Eberl statt. Freude am Bauen vorausgesetzt.

Masken
Erweiterung Palazo della Ragione, Andrea Palladio, 1549-1614
Boa constrictor beim Verdauen eines Elefanten, Antoine de Saint-Exupéry, 1943