Der eiserne Kern
151.666 UE Entwerfen
Beyza Köroğlu, Justus Schmirler, Alex Lehnerer
Studio Rechbauer [ATDG092]
Einführung am Mittwoch, 07.10.2026, 10:00 Uhr
Stützen im Raster, Träger in Serie. Ein System, das sich wiederholt, weil in der Wiederholung seine Ökonomie zu sein scheint. Eisen erscheint darin meist nicht als Bestimmtes, sondern als Typ. Ein Teil unter vielen, austauschbar, solange der Vorrat reicht. Aber ist das die einzige Art, wie Eisen im Bauen auftreten kann?
Uns interessiert Eisen dort, wo es sich dieser Gleichförmigkeit entzieht. Wo es nicht einfach Struktur und nicht bloß Teil einer wiederkehrenden Ordnung ist. Sondern ein Stück, das an eine bestimmte Stelle gehört und von dort aus das Ganze verändert. Eisen trägt, hält, verbindet, trennt, fasst oder schafft Abstand. Es tritt zwischen Dinge, nimmt auf, hält auseinander oder bringt etwas zusammen. Manchmal ist es kaum mehr als ein Anschluss. An anderer Stelle wird es selbst zur Figur.
Darin liegt seine Faszination. Eisen ist präzise und widerspenstig zugleich. Es verlangt Entscheidungen. Wo liegt es? Woran hält es sich fest? Was nimmt es auf? Was gibt es weiter? Und was muss sich seinetwegen verändern?
Aus diesen Entscheidungen entsteht nach und nach etwas Bestimmtes. Ein Passstück, eine Füllung, ein Inlay. Zwischen Sockel und Dach. Zwischen Pichler und Prouvé. Irgendwo dort liegt es. Ein Teil, von dem aus sich das Ganze fügt. Der eiserne Kern.
Doch ein Kern ist nie allein. Erst sein Gegenüber macht ihn zu einem solchen. Die Hülle umgibt ihn, nimmt ihn auf, ergänzt ihn, stützt sich auf ihn oder setzt ihm Widerstand entgegen. Kern und Hülle entstehen aneinander. Keines von beiden ist zuerst vollständig. Das Haus liegt in diesem Verhältnis.
Wir machen ein großes Haus für jeden Zweck. Ein Haus aus Holz, Stein und Beton. Und eben auch aus Eisen.