Das tiefe Haus

151.504 UE Entwerfen 1
Franziska Hederer, Birgit Schulz
Studio Krones [KREG002], TU Graz
Einführung Donnerstag, 06.10.2022, 09:00 Uhr

Das tiefe Haus hat etwas mit Transparenz zu tun.
Nicht mit der tatsächlichen, sondern prinzipiell mit dem Spüren der Dinge durcheinander hindurch, ohne dass sie sich gegenseitig zerstören. Dieser barocke Anspruch nach Tiefe gilt für Material, Elemente, aber auch für den Raum selbst.

Jedes Haus ist tief, sonst wäre es ja eine Platte. Jedoch nicht in jedem Haus lässt sich seine Raumtiefe als zusammenhängendes räumliches Erlebnis erfahren. Von vorne nach hinten, von links nach rechts. Von oben nach unten.

Grundlage unserer Arbeit ist der quadratische Galeriegrundriss.

Wir kennen ihn in seiner kanonischen Form von Durand über Boullée bis Klenze und dessen 9-Square-Grid, interpretiert im 20. Jahrhundert von Colin Rowe und John Hejduk. Sein tiefer Geist findet sich auch in Gebäuden wie Louis Kahns Yale Art Center oder John Soanes Museum in London und vielen neueren Sammlungen und Galerien.

Über den Grundriss kommen wir zum tiefen Blick in der räumlichen Perspektive, seine materielle Konstitution und plastische Gestalt unterstützt von Licht und Schatten. Bis hin zur tektonisch strukturellen Ordnung zwischen Boden und Decke.

Ausgangslage ist eine quadratische Grundfläche und die Anforderung an 9 Räume, sowie die Eingeschoßigkeit.

Wir entwerfen ein tiefes Haus in Zweiergruppen.

Das Studio findet in enger Zusammenarbeit mit der Holzwerkstatt und Rainer Eberl statt. Freude am Bauen vorausgesetzt.

Das tiefe Haus
Grundriss Diamond House, John Hejduk, 1963-67
Villengrundrisse, Andrea Palladio, 16. Jhdt