• Results

SS 2021:
Landwirtschaftliche Strukturen

SS 2021
151.808 Raumexperimente
Franziska Hederer und Nayarí Castillo-Rutz
Freilichtmuseum Stübing
Einführung am Montag 31.05.2021 um 11.00 Uhr

Sei es ein Bauernhaus, ein Heuschober, ein Stall, ein Silo, eine Mühle oder eine Tabaktrockenanlage; landwirtschaftliche Strukturen haben sich über die Jahre produktionsbedingt und in Abhängigkeit von der Entwicklung der Technik stark verändert. Von kleinen Landwirtschaften zu großen Massenbetrieben, vom Bergbauern zur Industrie.

Wir begeben uns auf die Suche nach ursprünglichen landwirtschaftlichen Strukturen welche die ländlichen Regionen je nach geographischer Abhängigkeit in unterschiedlicher Weise prägten, wobei die Ursprünge dieser Bauweisen in der anonymen Architektur wurzeln, die sich stets einfachster Baumethoden bediente und wie mit dem Ort und der Landschaft verwachsen scheint.

Eine Sammlung unterschiedlichster Bauernhäuser von Vorarlberg bis ins Burgenland finden wir im Freilichtmuseum in Stübing. Ein guter Ort um den Ursprüngen landwirtschaftlichen Lebens und Arbeitens auf die Spur zu kommen. Von Interesse sind allerdings nicht nur die bäuerlichen Wohnhäuser sondern ebenso bäuerliche Zweckbauten.

Wir suchen genau solche Objekte auf und erkunden diese hinsichtlich ihrer Struktur, Konstruktion, Bauweise, Materialität, Atmosphäre und Ausstrahlung. Unser Objekt wird fotographisch und zeichnerisch festgehalten und dokumentiert. Dies geschieht direkt am Ort des Geschehens. Wir sammeln die spezifischen Charakteristika der landwirtschaftlichen Strukturen und bilden diese ab. Es ist dies das Abbild sinnlicher Berührungen ebenso wie konkreter Tatsachen. Wir nehmen unterschiedliche Werkzeuge zur Hand: den Fotoapparat, das Maßband, den Bleistift, die Elle, das Schrittmaß, die Buntstifte, die Kreide, ein Lineal und andere Instrumente die uns hilfreich erscheinen.

Zu diesen Aufzeichnungen hinzu kommt ein kurzes Narrativ hinsichtlich der Korrespondenz zwischen Struktur und Ausdruck um den Charakter der Struktur in der Erzählung hervorzuheben. Es reicht ein Fünfzeiler.

Ausgehend von dieser Aufnahme folgt der Transfer in die architektonische Zeichnung. Die Zeichnung ist eines der wichtigsten Darstellungsmittel in der Architektur. Sie spricht in gewisser Weise. Je nach dem bringt sie unterschiedliche Informationen und Inhalte zum Ausdruck. In der Zeichnung kommt der Eigenwille des Gezeichneten zum Vorschein. Sie stellt eine direkte Verbindung zwischen Kopf und Hand her. Zeichnen an sich ist eine elementare Kulturtechnik, die sich nicht auf bestimmte Verfahren oder Medien einschränken lässt.

Wir zeichnen Grundriss, Ansicht und Schnitt ebenso wie eine atmosphärische Darstellung der untersuchten landwirtschaftlichen Struktur. In diesen Zeichnungen soll der Charakter und die Ausstrahlung des Objekts vermittelt werden; Vor allem die elementare handwerkliche Prägung. Nicht der Computer sondern die freie Hand und der Bleistift sind unsere Werkzeuge.

>>Gute Zeichnungen sind ein lebendiger Organismus. Noch im Fragment enthalten sie das Gesetz des Ganzen, die Aussagekraft scheint nahezu unvermindert. Das ist ein Geheimnis ihres Gehalts.

Gute Zeichnungen sind stets offen, geben Erkenntniszuwachs Raum und Zeit.<< (Gerhard Kettner 1989)

SS 2021:
Landwirtschaftliche Strukturen
Lehmhaus für die Paare, Walter Pichler
Haus neben der Schmiede, Walter Pichler
Haus neben der Schmiede, Walter Pichler
Dachkonstruktion, Walter Pichler
Elementare Architektur, Raimund Abraham, Foto: Josef Dapra

SS 2021:
Results

Hier die Ergebnisse der Studierenden.




Vom Menschen erschaffen und doch zum Leben erweckt, hält die Scheune das Korn gut versteckt.

Die Elefantenbeine, auf welchen das Bauwerk ruht, bewahren den Inhalt vor Nässe und Flut.

Auch Käfer und Tiere haben es schwer, sie stehlen den wertvollen Inhalt nicht mehr.

Doch für manche kann es auch anders sein, so bietet das Korn für Insekten ein Heim.

Damit sich das Ungeheuer nicht mehr bewegt, wurden Steine auf seinen Kopf gelegt.

Alexander Mayer, Thomas Neulinger
Lisa Sabiucciu, Annalisa Cammelli
Maria Slawitsch, Julia Diener




Im Dienste eines einzigen Zwecks maskiert er nichts im Namen der Schönheit.

Licht und Luft heißt er stehts willkommen, denn sie arbeiten Hand in Hand mit ihm.

Er liegt blank bis auf die Knochen und benötigt nicht mehr.

Sein Feind ist das Wasser, doch den Kampf gegen diesen gewinnt er schließlich immer.

Aber seine Zeit ist vorbei, der Fortschritt nimmt ihm seinen Zweck.

Constanze Feitzlmayr


Der alte Dreikanthof aus dem Waldviertel hat vieles schon erlebt.

Kein Wunder, dass er zittert.

Kein Wunder, dass er bebt.

Der alte Dreikanthof aus dem Waldviertel sah Angst und Pein und Not.

Er wartet jeden Abend, auf das neue Morgenrot.

Hannes Stockklauser, Nihad Catakovic, Philipp Mayr

Klein, jedoch essenziell. Eine Brunnenhütte verrät uns Quellen.

Wasser, das vom Quellmund geleitet, erfüllt seine Aufgabe.

Nützliche Details als kreatives Werk.

Das Salzkastendach reicht seinen Besuchern die Hand und verschmilzt zugleich in die Landschaft.

Harmonisch fügt sich die Brunnenhütte in den Hof.

Nora Kesztyüs, Stefanie Hartbauer